Mein Göttergatte hatte mich heute Nacht mal wieder mit seiner Schnarcherei um den Schlaf gebracht, so dass ich bei Dämmerung immer noch nicht schlief und mit meinem Laptop auf dem Schoß im Internet unterwegs war.
Unser Teppichklopfer Loki lag auf dem Teppich neben meiner Bettseite und pennte vor sich hin.
Plötzlich setzte er sich auf und starrte mich an. Macht ein paar Mal Männchen und saß dann wieder stocksteif da und starrte.
Eine ganze Zeit lang, bis ich das hypnotische Starren einfach nicht mehr erwiderte.
Loki hörte auf zu starren und begann demonstrativ, eines seiner Kruschelhandtücher neben mir zu zernagen, natürlich starrte er mich währenddessen weiter finster an.
Er liebt es ja, alte Handtücher zu zernagen ohne sie zu fressen, damit herum zu buddeln oder sein Nest damit auszustatten. Ich hoffe ja noch immer, dass er seine Leidenschaft zur Zernagerei auch auf die Textilien meines Kerls ausweitet, damit der lernt, diese nicht immer einfach auf dem Boden liegen zu lassen. Allerdings befürchte ich, dass das Hasentier dann eines Tages einen seiner Socken erwischt und an einem toxischen Schock elendig verendet.
Loki bemerkte, dass das demonstrative Zernagen nicht die gewünschte Reaktion bei mir hervorrief und griff zu einer sehr fiesen Methode: Er biss herzhaft in mein LAN-Kabel!
Ich blökte das freche Kaniggel erschrocken an, mein Kerl wurde von meinem Gezeter halb aus dem Schlaf gerissen, brabbelte irgendwas unverständliches von WoW und drehte sich dann um und schnarchte weiter.
Loki hatte sein Ziel erreicht und meine Aufmerksamkeit voll auf sich gezogen und freute sich sichtlich darüber. Ich schaute auf die Uhr und wusste plötzlich, was der unverschämte Kerl von mir wollte: Es war kurz vor 6 Uhr, also kurz vorm Frühstück. Und auf die langweiligen Möhrenstücke vom vergangenen Abend hatte der Herr wohl keine Lust mehr. Ich beeilte mich aufzustehen um in der Küche ein nettes kleines Buffet für meine kleinen Monster zusammen zu stellen. Währenddessen fingen auch meine Meerschweinchen an, Randale zu machen und nach Futter zu schreien.
Wie gut, dass der Mensch so gut gehorchen kann.*seufz*







Eine Hexe mit Geschmack: Mit doppelter Portion Menschenfleisch! A. Lee Martinez

